2026/10 OR NOT?
Viele Sackgassen, ein gutes Ziel
Manchmal braucht es keine Startnummern auf einer Rennstrecke, keinen abgesperrten Kurs und auch keine Ziellinie, die man im Sprint überquert.
Manchmal reichen 15 Sackgassen, ein Fahrrad und acht Stunden Zeit.
Genau das war OR NOT?, unser etwas anderes Rad-Event im Rahmen des Herbstfests der Salzkammergut Biker.
Die Idee dahinter war eigentlich ganz einfach – zumindest auf dem Papier: Wir geben 15 Sackgassen vor und jeder Teilnehmer entscheidet selbst, welche Sackgassen er anfährt, in welcher Reihenfolge und auf welchem Weg. Keine vorgegebene Strecke, kein Routing, kein Windschattenrennen. Dafür Planung, Orientierung, Taktik und die eine oder andere Frage unterwegs:
„Fahre ich da jetzt wirklich rauf – oder OR NOT?“
Und wie sich herausgestellt hat, kann man sich mit so einer einfachen Frage ganz schön beschäftigen.
Für alle 15 Sackgassen waren – je nach gewählter Route – ungefähr 165 Kilometer und 3.500 Höhenmeter notwendig. Manche planten sehr akribisch, andere vertrauten etwas mehr auf ihr Bauchgefühl. Und vermutlich haben einige spätestens bei der vierten Steigung festgestellt, dass die vorher am Schreibtisch so genial aussehende Route in der Realität doch ein paar Höhenmeter mehr bereithält.
Am Ende haben tatsächlich vier Starter alle 15 Sackgassen geschafft.
15 von 15. Volle Punktzahl.
Und dann war da noch einer, bei dem es beinahe ebenfalls gereicht hätte. Nur fünf Minuten nach dem Zeitlimit kam er ins Ziel. Und das auch nur, weil ihn bei der letzten Abfahrt ein Reifendefekt ausgebremst hatte.
Ohne diesen kleinen technischen Zwischenfall wären es also vielleicht sogar fünf Teilnehmer mit voller Ausbeute gewesen.
So knapp können acht Stunden sein.
Dass die Sackgassen tatsächlich angefahren wurden, musste natürlich auch irgendwie bewiesen werden. Und so trudelten im Laufe des Tages mehr als 300 Fotos und Selfies bei uns ein.
Sackgassenschild, Fahrrad, Selfie – Hauptsache eindeutig.
Was dabei herauskam, war nicht nur unsere Wertung, sondern gleichzeitig eine ziemlich schöne Sammlung an Eindrücken von diesem Tag. Von ehrgeizigen Gesichtern über zufriedene Selfies bis hin zu Fotos, bei denen man ziemlich genau erkennen konnte, dass der Weg zur Sackgasse durchaus Teil der Herausforderung war.
Der Shop der Salzkammergut Biker wurde zwischendurch für einige Teilnehmer zur Labestation.
Wer nach den ersten Kilometern und Höhenmetern eine Pause brauchte, konnte sich bei uns wieder versorgen.
Mit dabei waren Würstel von der Fleischerei Stadler aus Scharnstein, Brezn von der Bäckerei Reingruber, das neue Freibier Naturtrüb alkoholfrei der Brauerei Eggenberg, selbstgemachter Kuchen und Kaffee von Wagner Kaffee.
Kurz gesagt: Man konnte OR NOT? auch als kulinarische Zwischenetappe betrachten.
Und manchmal ist eine Brezn strategisch wichtiger als die nächste Sackgasse.
Was uns besonders gefreut hat: OR NOT? hat tatsächlich genau das entwickelt, was wir uns vorgestellt hatten.
Es war kein klassisches Rennen.
Jeder hatte seine eigene Strategie. Manche wollten möglichst viele Sackgassen sammeln, andere gingen es entspannter an. Manche fuhren vermutlich dreimal im Kopf verschiedene Varianten durch, bevor sie losfuhren. Andere haben unterwegs entschieden.
Und genau diese Mischung aus Planung und Improvisation war der eigentliche Kern des Events.
Es ging nicht nur darum, möglichst schnell Rad zu fahren.
Es ging darum, Entscheidungen zu treffen.
Und manchmal auch darum, eine Entscheidung wieder zu verwerfen.
Das Wichtigste kommt zum Schluss
Bei aller Freude über die sportlichen Leistungen und die vielen schönen Bilder war OR NOT? für uns aber noch aus einem anderen Grund etwas Besonderes.
Das komplette Startgeld wurde von Anfang an für einen guten Zweck vorgesehen. Dazu kamen freiwillige Spenden aus dem Event und dem Herbstfest.
Am Ende sind unglaubliche 986,06 Euro zusammengekommen.
Diese Summe geht als Spende an die Kinderkrebshilfe Linz.
Und damit bekommt ein Tag am Fahrrad noch einmal eine ganz andere Bedeutung.
Aus Kilometer werden Unterstützung.Aus Höhenmetern wird Hilfe.Und aus einem gemeinsamen Erlebnis wird etwas, das über diesen einen Tag hinausgeht.
Dafür möchten wir uns bei allen Teilnehmern, Helfern, Unterstützern und unseren Partnern ganz herzlich bedanken.
Danke, dass ihr OR NOT? ausprobiert habt.
Danke fürs Mitdenken, Mitfahren, Mitlachen und Mitmachen.
Und vor allem:
Danke, dass ihr aus einer Idee ein echtes Erlebnis gemacht habt.
OR NOT? war vielleicht kein Rennen.
Aber definitiv eine Sackgasse, in die wir gerne wieder fahren.
Bis zum nächsten Mal!
Thomas & Mario






