2026/4 Fehler passieren. Uns. Euch. Allen
Fehler passieren. Uns. Euch. Allen.
Es gibt Tage in der Werkstatt, da schütteln wir einfach nur den Kopf.
Nicht böse gemeint. Eher staunend.
Räder kommen zu uns, die mehr Patina als Pflege gesehen haben.
Ketten, die so trocken sind, dass sie akustisch um Hilfe schreien.
Bremsbeläge, die längst Geschichte sind – so weit abgefahren, dass schon die Kolben beginnen, direkten Kontakt mit der Scheibe aufzunehmen.
Reifen ohne Profil, Schrauben ohne Drehmoment, Steuersätze mit Spiel wie ein Kindergeburtstag.
Und dann gibt es noch die Online-Überraschungen.
Gabeln, die verkehrt herum eingebaut wurden.
Vorbauten, die eher lose Bekanntschaften als feste Verbindungen sind.
Lenker, die zwar ambitioniert aussehen, aber leider nicht fixiert wurden.
Oder die höfliche Anfrage: „Könnt ihr mir mein online gekauftes Bike bitte schnell zusammenbauen?“
Klar können wir. Sehr gerne sogar. Nur nicht ganz so kostenlos, wie manche glauben.
Denn ein Rad fachgerecht aufzubauen bedeutet nicht „ein bisschen Schrauben“, sondern prüfen, einstellen, sichern – Verantwortung übernehmen.
Aber – und jetzt kommt’s – auch wir sind nicht unfehlbar.
Neulich hat uns der Fehlerteufel selbst erwischt.
Eine Kette, minimal zu optimistisch eingefädelt. Nicht dramatisch, nicht gefährlich – aber sagen wir so: Der Käfig war kreativ interpretiert.
Als wir es bemerkt haben, gab es zwei Möglichkeiten: ausreden suchen oder lachen.
Wir haben gelacht. Der Kunde auch. Fehler behoben, Bike lief perfekt, alle zufrieden.
Und genau das ist vielleicht der Unterschied.
Fehler passieren. Entscheidend ist, wie man damit umgeht.
Ob man sie ignoriert – oder korrigiert.
Ob man Verantwortung übernimmt – oder Ausreden sucht.
Wir stehen dazu. Bei uns. Und bei anderen.
Und wenn dein Bike klappert, rostet, schleift oder sich einfach nicht mehr so anfühlt wie früher – bring es vorbei.
Wir schütteln vielleicht kurz den Kopf.
Aber nur, bevor wir anfangen zu helfen.
Zwischen Kette & Kaffee eben.
Mario (27.02.2026)






