2026/3 Schlauch, Tubeless oder TPU – Glaubensfrage mit Luftdruck
Tubeless ist überbewertet. Schlauch ist tot. Oder doch nicht?
Wenn man heute in der Bike-Bubble sagt, man fährt noch Schlauch, wird man behandelt wie jemand, der noch mit 26-Zoll und Felgenbremsen unterwegs ist. Tubeless ist Pflicht. TPU ist die Zukunft. Und Schlauch? Retro.
Oder… vielleicht einfach pragmatisch?
Der Schlauch: Totgesagt, aber erstaunlich lebendig
Der klassische Butyl-Schlauch gilt als technisch überholt. Zu schwer, zu viel Rollwiderstand, zu wenig Komfort. Stimmt alles. Theoretisch.
Praktisch fährt er einfach. Immer. Keine Dichtmilch, die nachgefüllt werden will. Keine Ventile, die verstopfen. Kein Felgenband, das sich nachts heimlich verabschiedet. Wenn du einen Platten hast, weißt du genau, was zu tun ist. Reifen runter, Schlauch raus, neuer Schlauch rein. Fertig. Kein Drama, kein Zischen, keine Milch im Gesicht.
Der Schlauch ist nicht sexy. Aber er ist ehrlich. Und Ehrlichkeit ist am Straßenrand manchmal mehr wert als Innovation.
Tubeless: Die große Freiheit – mit Wartungsvertrag
Tubeless ist objektiv besser. Weniger Rollwiderstand, mehr Komfort, weniger Durchschläge. Und das Gefühl, technisch ganz vorne dabei zu sein, gibt es gratis dazu.
Die Realität? Dichtmilch trocknet ein. Ventile setzen sich zu. Felgenband altert. Und irgendwo im Hinterkopf weiß man: Irgendwann wird es spektakulär.
Kleine Löcher sind kein Thema – die Milch regelt das. Größere Löcher? Plug rein, hoffen, weiterfahren. Große Schnitte? Willkommen zurück im Schlauch-Zeitalter.
Tubeless ist wie ein High-Performance-Sportwagen: genial, wenn alles funktioniert – aber mit Wartungsplan.
TPU: Der Supersportler mit Diva-Allüren
TPU-Schläuche sind die neuesten Superstars. So leicht, dass du dich fragst, ob sie überhaupt existieren. So klein, dass sie im Trikot verschwinden. So schnell, dass Wattfetischisten feuchte Augen bekommen.
Aber: TPU ist empfindlich. Mag keine Hitze, keine scharfen Kanten, keine grobe Montage. Reparieren fühlt sich eher nach Raumfahrttechnik als nach Trailrepair an. Und der Preis sorgt dafür, dass man beim Einbau automatisch sanfter wird – fast schon spirituell.
TPU ist fantastisch. Aber definitiv kein Schlauch für grobe Hände und schlechte Laune.
Die unbequeme Wahrheit
Es gibt keine perfekte Lösung.Es gibt nur passende Lösungen – und Marketing.
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Schlauch ist simpel, robust, billig – und völlig okay.
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Tubeless ist technisch überlegen – aber wartungsintensiver.
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TPU ist Hightech – aber nicht fehlertolerant.
Wer dir sagt, es gäbe nur eine richtige Lösung, will dir meist etwas verkaufen. Oder recht behalten.
Was fahren wir eigentlich? (und warum wir uns widersprechen)
Mario fährt am MTB kompromisslos Tubeless, am Gravelbike ebenfalls, aber am Rennrad setzt er auf TPU-Schlauch – Performance, Gewicht und ein bisschen Spieltrieb.
Oliver ist komplett Tubeless unterwegs – auf jedem Bike, bei jedem Terrain.
Thomas ebenfalls fast überall Tubeless, nur am Reiserad und Rennrad vertraut er auf Butyl, weil da Pragmatismus und Robustheit überwiegen
Und unser Chef, Mathias? Der stellt einfach die Bikes zu den Jungs in der Werkstatt – Hände sauber, Überblick behalten und sich auf das Wesentliche konzentrieren.
Wir sind also weder Dogmatiker noch Influencer. Wir sind Praktiker mit Vorlieben, Kompromissen und einem ordentlichen Schuss Spieltrieb.
Unser Fazit ;)
Tubeless ist kein Muss. Schlauch ist nicht tot. TPU ist kein Wundermittel. Das perfekte Setup ist das, das dich fahren lässt – nicht das, das dich beschäftigt.
Und wenn du dir unsicher bist: Wir erklären dir das Ganze gerne. Mit Kaffee. Ohne Dogma. Undmit Luftdruckempfehlung.
Zwischen Kette & Kaffee eben.
Mario (12.02.2026)






